Skip to Content

Willkommen auf dem Denk Mal für Migration. Hier kannst Du Deine Migrationsgeschichte aufschreiben und in den Geschichten anderer stöbern.

Die Geschichte meiner Eltern

Name: 
*
Geschlecht: 
Weiblich
Wann bist Du ausgewandert: 
1994
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Iraq
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Politische Gründe
Meine Geschichte: 

1989 meine Mutter beendete ihr Studium als Lehrerin in Mathe, Kunst und Englisch. Im Jahre 1990 hatten meine Eltern sich das versprechen gegeben und Heirateten. Meine Mutter war in der Zeit sehr glücklich in Irak, denn sie hatten ein zwei große Häuser und hatten so gut wie keine sorgen. Morgens fuhren mein Vater zur Arbeit und meine Mutter ebenfalls. Sie waren so glücklich, bis eines Tages mein Vater Gefangen genommen wurde. Die Familie meines Vaters wurde ebenfalls unschuldig festgenommen. Der Grund war das der Diktator Saddam Hussein was gegen Personen hatte die für denn Frieden Kämpften und meine ganze Familie waren war dafür aber das konnte Saddam nicht ertragen und nahm sie schließlich fest. Einige wurden sogar erhängt oder erschossen. Meine Mutter weinte Tag und nachts.
11 Monate später kamen mein Vater und seine Eltern aus dem Gefängnis leider blieb der Bruder meines Vaters da. Mein Vater ging so schnell wie möglich zu meiner Mutter nachhause und erzählte ihr alles. Er erzählte das er einen vertrag unterschreiben musste wo drin stand das er nicht mehr gegen Saddam sein soll, denn wenn er das nicht tut wird er erhängt. Doch es wurde nicht besser am nächsten morgen ging meine Vater wie gewöhnlich zur Arbeit und sah das seine Werkstatt explodiert wurde, alle seine Autos waren zu schrott nichts war mehr heil .Er versuchte noch etwas zu reden doch alles war zu nichts mehr zu gebrauchen. Mein Vater hatte danach schlimme Verletzungen am arm und rücken die bis jetzt noch sichtbar sind. Er musste trotzdem denn ganzen schaden von der Werkstat bezahlen und verkaufte es. Von Tag zu Tag wurden die Verletzungen immer schlimmer. Meine Eltern entschieden sich eines der Häuser zu verkaufen um die Werkstat zu finanzieren zu können.
Es war 1994 meine Mutter war Schwanger, da kamen zwei maskierte Männer zu meinen Eltern nachhause und bedrohten sie, doch meinen Eltern waren Klever und hatten das Geld bei meinen Großeltern versteckt. Die Männer fanden nichts und gingen schließlich. Am nächsten Tag ging mein Vater zu meiner Großmutter und nahm das Geld um so schnell wie möglich das Geld auszugeben. Doch mein Vater entschied sich in letzter Sekunde um.
Er ging wieder nachhause, meine Mutter war gerade dabei essen zu kochen. Sie sah ihn an und fragte warum er so glücklich sei, er sagte erstmal nichts und grinste nur. Dann war das essen bereit sie aßen, da brachte mein Vater es raus er sagte: ,, Wir wandern nach Europa aus“. Meine Mutter sah ihn an und fing laut an zu Lachen. Mein Vater beschloss trotzdem zu gehen.
Es war der 28.09.1994, der tag wo ich auf die Welt gekommen bin. Zwei Monate später wanderte mein Vater nach Deutschland, Hannover aus.
6 Monate später kamen meine Mutter und ich auch nach Hannover. Meine Mutter war am anfangs gar nicht damit einverstanden.
Als wir dann in Hannover ankamen holte uns mein Vater ab und fuhren mit dem Bus in eine kleine 80 m³ Wohnung.
Morgens ging meine Vater zur Arbeit und meine Mutter war ganz auf sich eingestellt anfangs kam sie damit nicht klar und weinte immer aber nach einer Zeit kam sie damit klar.
Im Jahre 1998 kam meine kleine Schwester auf die Welt. Und mein Vater beschloss wieder umzuziehen, doch diesmal für immer. Er entschied sich für Berlin.
1999 waren wir in Berlin. Mittlerweile Arbeiten beider meiner Eltern und sind Glücklich auch wenn es ein sehr schwieriger weg war bis hier her. Ich bin sehr stolz darauf das meine Eltern es geschafft haben!

Youssefs Fragen

Name: 
Youssef
Geschlecht: 
Weiblich
Wann bist Du ausgewandert: 
1984
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Turkey
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

Sind Sie hier geboren?
Ja ich bin hier geboren.

Wie finden Sie Berlin?
Ich fühle mich in dieser Stadt wohl.

Wie lange leben Sie schon in Berlin?
Ich lebe schon seit 36 Jahren hier in Berlin.

Was wünschen Sie sich für die nächsten Jahre?
Für mich nix aber für meine Kinder eine gute Zukunft.

Woher kommen Sie?
Aus der Türkei, aber ich bin ja hier in Berlin geboren.

Warum sind ihre Eltern hier her gekommen?
Wegen der Arbeit und sie wollten eine bessere Zukunft.

Schließlich nach Deutschland

Name: 
Sherin
Geschlecht: 
Weiblich
Wann bist Du ausgewandert: 
1978
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Lebanon
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Politische Gründe
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

Meine Eltern sind beide im Libanon geboren und aufgewachsen. Die Familie meiner Mutter hatte damals viele Probleme im Libanon, sie waren 9 Personen in einer 4- Zimmer- Wohnung. Meine Oma hatte damals Verwandte in Deutschland und hat sie oft besucht. Ihr hat das Leben in Deutschland mehr gefallen, sie fand es leichter und schöner. Meine Oma ist 1975 mit meiner Tante nach Deutschland gekommen weil sie operiert werden musste.

1976 ist mein Opa mit der restlichen Familie nach Deutschland gekommen,. Erstmals waren meine Großeltern arbeitslos, aber nach 2 Jahren hat mein Opa ein eigenes Restaurant eröffnet mit Hilfe seiner Familie. Meine Mutter ging auf eine Grundschule in Kreuzberg, Ihr fiel es anfangs sehr schwer die deutsche Sprache zu erlernen aber sie und ihre Geschwister besuchten einen Deutsch-Kurs. Als meine Mutter dann Erfolgreich ihre Schule beendete hat sie in einem Hotel ihre Ausbildung absolviert. Das erste Erlebnis meiner Mutter war ein Konzert von einem berühmten Sänger. Sie hatte so etwas noch nie gesehen und fand es sehr aufregend wie viele Menschen da waren. Meine Mutter hat anfangs sehr geweint, sie wollte nicht in Deutschland bleiben, sie vermisste ihre Heimat. Sie dachte, sie wird hier nie ein richtiges Leben führen können. Aber als sie sich langsam in ihre Umgebung integriert hatte, wurde es leichter für sie. Mittlerweile kann sie die deutsche Sprache besser sprechen als die arabische. Bei der Familie meines Vaters war es ähnlich. Sie hatten viele Probleme im Libanon. Sie hatten nicht so viel Geld und es war Kriegszeit. Meine Großeltern wollten nicht, dass ihre Kinder unter solchen Umständen groß werden, also beschlossen sie nach Deutschland zu kommen.

1978 sind sie schließlich nach Deutschland gekommen. Mein Opa hatte ein Bauernhof und jeder in der Familie hat mitgearbeitet. So haben sie ihr Geld verdient. Es fiel ihnen schwer sich ans neue Leben zu gewöhnen. Aber nach 3 Jahren konnten sie die deutsche Sprache sprechen. Das erste Erlebnis meines Vaters war, als es in Deutschland geschneit hat. Im Libanon war es immer sehr heiß und er hatte noch nie zuvor Schnee gesehen. Als es dann zum ersten Mal in Deutschland geschneit hat, war er sehr beeindruckt. Er hat sich in den Schnee geworfen und hat damit gespielt. Das war sein erstes großes Erlebnis. Mein Vater fühlte sich anfangs auch nicht wohl in Deutschland. Er meinte hier gibt es keinen, der so ist wie wir. Und er hat alles vermisst. Als er dann Deutschland gesehen hat und er auch gesehen hat, wie das Leben da ist, wollte er Deutschland nie wieder verlassen.

Meine Großeltern leben hier in Deutschland, aber deren Geschwister leben im Libanon. Sie freuen sich immer wieder, wenn sie uns sehen. Sie nehmen uns sehr herzlich auf und wollen das Beste für uns, dass es uns gut geht und wir unseren Urlaub genießen. Seitdem mein Vater ausgewandert ist, war er nie wieder im Libanon und seine Familie im Libanon ist sehr enttäuscht von ihm. Sie denken; dass er sie vergessen hat. Und weil er in Deutschland ist wollen sie nichts mehr mit ihm zu tun haben. Aber er hat Angst in den Libanon zu gehen, wegen des Krieges. Er hat es einmal erlebt und will es nie wieder erleben. Die Nachbarn und die anderen gucken uns immer schief an und reden über uns. Sie sind neidisch und eifersüchtig auf das, was wir haben. Sie denken dass das Leben in Deutschland viel einfacher und schöner ist, Deshalb sagen die wir seien eingebildet. Sie reden über unser Aussehen und über unsere Kleidung. Sie haben gesagt, sobald sie das Land verlassen, ändern sie ihre Herkunft und leben wie die Christen. Aber uns hat das nicht interessiert.

Berlin hat meiner Familie gefallen

Name: 
Sema
Geschlecht: 
Männlich
Wann bist Du ausgewandert: 
1992
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Turkey
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Persönliche Gründe
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

Um zu arbeiten wanderte mein Opa aus der Türkei (Samsun) nach Deutschland. Er lebte zuerst in einem Heim. Nachdem er eine Arbeit gefunden hatte, mietete er sich eine Wohnung. Er arbeitete bei der DB, danach auf einem Friedhof als Friedhofsgärtner.

Er fühlte sich sehr einsam, weil er in Deutschland keine Familie und keine Bekannten hatte. Er beherrschte die Deutsche Sprache nicht und vermisste seine Familie sehr.

1973 kam seine Frau, meine Oma, mit ihrer Tochter, meiner Mutter, auch nach Deutschland. Meine Mutter war damals erst 3 Monate alt. Die ersten Jahre ist meine Großmutter noch oft zwischen der Türkei und Deutschland hin und hergefahren. Sie war nicht sicher, wo sie bleiben sollte.
Sie hatte noch ältere Kinder in der Türkei, meine Onkels. Schließlich kam sie mit allen ihren Kindern zu ihrem Mann nach Deutschland und blieb da.

1992, meine Mutter war jetzt 20 Jahre alt, heiratete sie meinen Vater in der Türkei. Mein Vater kam auch nach Berlin und 1994 kam ich auf die Welt. Die Entscheidung nach Deutschland zu kommen war sehr gut, Berlin hat meiner Familie gefallen.

Migrationsgeschichte meines Vaters

Name: 
Marjam
Geschlecht: 
Weiblich
Wann bist Du ausgewandert: 
1985
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Syria
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Andere Gründe, nämlich ...
Anderer Grund für die Auswanderung: 
Studium
Meine Geschichte: 

Mein Vater ist im Alter von 20 Jahren mit einigen Freunden aus seiner Jugendzeit von Syrien nach Amerika ausgewandert um dort zu studieren. Als er in Amerika war, hat er sich einen Studienplatz gesucht und angefangen als Ingenieur zu studieren. Da er nicht genügend Geld hatte um die Studiengebühren zu zahlen, musste er auch einen Nebenjob annehmen. Mein Vater verlor nach einiger Zeit seinen Reisepass, deshalb musste er zurück nach Syrien, außerdem hatte er Heimweh. Eigentlich wollte mein Vater nicht in Syrien bleiben, sondern zurück nach Amerika, doch da er kein Visum mehr bekam, blieb ihm nichts anderes übrig als dort zu bleiben.
Nach einiger Zeit verlobte er sich mit einer Frau, deren Namen ich nicht kenne. Ihre Mutter hatte meinem Vater geraten, statt nach Amerika nach Spanien zu ziehen um dort weiter zu studieren. Mein Vater ist daraufhin am 4. August 1984 nach Spanien gezogen. Nach einiger Zeit wurde die Hochzeit meines Vaters wieder abgesagt, da die Mutter der Braut nicht mehr einverstanden war mit meinem Vater. Dann blieb er einfach in Spanien und baute sich doch ein neues Leben auf.
Seine Freunde und er beschlossen irgendwann Urlaub in Berlin zu mach um dort einen Freund zu besuchen, den sie aus Syrien kannten und lange nicht gesehen hatten. Mein Vater hat sich außerdem überlegt, dort eventuell weiter zu studieren. Am 6. Mai 1985 waren dann also in Berlin. Der Freund meines Vaters lebte schon eine Zeit lang in Berlin und hatte sich dort sein Leben aufgebaut und auch geheiratet.
Mein Vater hatte die Frau seines Freundes kennen gelernt, und sie hatte ihm von ihrer Schwester erzählt. Mein Vater, sein Freund, die Frau des Freundes und ihre Schwester trafen sich am 4. Juli 1985 gemeinsam, und mein Vater lernte die Mutter seine Kinder kennen. Sie lernten sich noch näher kenne und am 4. März 1986 heirateten sie. Mein Vater ist zwar glücklich hier in Berlin, aber er will trotz allem zurück nach Syrien.

Hin und her wegen Arbeit

Name: 
Lilly
Geschlecht: 
Weiblich
Wann bist Du ausgewandert: 
1974
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Former Yugoslav Republic of Macedonia
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

Meine Großeltern sind im ehemaligen Jugoslawien geboren und lebten dort bis zu ihrem 17. Lebensjahr. Als sie sich kennen lernten war mein Opa 17 und meine Oma 16 Jahre alt. Da sie noch zu jung waren um zu heiraten, heirateten sie später. Mein Opa musste für meine Oma Brautgeld zahlen. Da er aus armen Verhältnissen kam, musste er nach Deutschland gehen, um zu arbeiten. Er fuhr nach Donau-eschingen um zu arbeiten und blieb ein Jahr bei Verwandten.

Nach einem Jahr kehrte er nach Jugoslawien zurück und heiratete meine Oma. 1974 kamen die beiden nach Donaueschingen, wohnten eine Zeit lang bei Verwandten, bis sie eine eigene Wohnung und Arbeit gefunden hatten. Mein Opa hatte Vorkenntnisse in der deutschen Sprache und fand eine Arbeit als Heizungs- und Lüftungsmonteur. Meine Oma arbeitete als Küchengehilfin in einem Restaurant. Durch ein Wörterbuch fand sie sich zurecht. Kurze Zeit später fanden sie eine Wohnung.

1975 kam meine Tante zur Welt und ein Jahr später kamen mein Vater und mein Onkel zur Welt. Sie gingen dort zur Schule und lebten da bis zu ihrem 17. Lebensjahr.
1992 zogen sie nach Berlin, da hier die ganze Familie wohnte. Sie fanden gleich eine Wohnung in der Nünberger Str 14. Meine Oma arbeitete in einem Kindergarten des Roten Kreuzes als Küchengehilfin und mein Opa fand wieder Arbeit in seinem Beruf.
1999 bin ich mit meinen Großeltern nach München gezogen. Sie eröffneten eine Reinigungsfirma. Ich ging dort in die Vorschule und fühlte mich sehr fremd. Ich kannte dort niemanden. Nach einiger Zeit ging es und ich kam dort in die 1 Klasse. 2005 sind wir wieder nach Berlin gezogen weil meine Oma Sehnsucht nach der Familie hatte.

Ich wanderte aus

Name: 
Kevin
Geschlecht: 
Männlich
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Cameroon (Republic of Cameroon)
Wie wandertest Du aus: 
Mit dem Flugzeug
Warum bist Du ausgewandert: 
Politische Gründe
Meine Geschichte: 

Es war an einem Morgen in Kamerun im Jahr 1997 als mein Vater meine Geschwister und mich in sein Zimmer bat und fragte uns, wo wir gerne wohnen würden. Daraufhin Antworten wir: Frankreich, Amerika und England. Ein paar Wochen später, packte mein Vater seinen Koffer und meinte, er wolle nur seinen Bruder für ein paar Tage besuchen. Ungefähr sechs Monate hörten wir nichts von ihm, bis dann eines Tages meine Mutter einen Anruf von meinem Vater, der gerade in Frankreich war, bekam.

Als ich hörte, dass es mein Vater am Hörer war, sprang ich vor Freude in die Luft. Dann fragte ich ihn, wann wir auch kommen können. Da er sich dort noch nichts aufgebaut hatte, mussten wir noch warten. Irgendwann zog er nach Deutschland und fand Arbeit. Dann kamen meine Mutter, Schwester und Bruder nach. Ich blieb allerdings bei meiner Großmutter zurück, bis ich dann auch nach einem Jahr kommen konnte. Bei meiner Oma fühlte ich mich ganz wohl, bis die Momente kamen, an denen ich an meine Eltern und Geschwister dachte. Aber so schlimm war es nicht, denn ich hatte dort viele Cousins, mit denen ich aufgewachsen bin, sie waren für mich wie Geschwister.

Als der Tag endlich kam, an dem ich nach Deutschland fliegen konnte, war die Anspannung groß und teilweise war ich auch sehr traurig, da ich meine Tante, Oma und Cousins, die ich sehr mochte verlassen musste. Das letzte Jahr hatte ich mit ihnen sehr viel zu tun und es war eine noch engerer Bindung entstanden. Auf dem Weg zum Flughafen saß ich im Auto und schaute mir die Stadt zum letzten Mal ganz genau an. Als es dann so weit war, dass ich in das Flugzeug einsteigen musste, sagte ich jedem meiner Verwandten, die mich zum Flughafen begleitet hatten, auf Wiedersehen.

Am nächsten Tag, so gegen 12 Uhr landete ich auf dem Berliner Flughafen Tegel. Dort schaute ich vor lauter Neugier nur noch hin und her. Dann sah ich meine Mutter, Vater, Tante, Onkel und rannte zu ihnen mit einem großen breiten Lächeln im Gesicht und drückte sie ganz doll.

Das Beste was passieren konnte

Name: 
Gülfem
Geschlecht: 
Weiblich
Wann bist Du ausgewandert: 
1989
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Turkey
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

1979 schickte man meinen Onkel von Zonguldak aus nach Deutschland, er sollte dort arbeiten. Mein Opa bekam das mit und hat sich entschlossen auch nach Deutschland zu kommen. Er machte einen Antrag und flog von Istanbul nach Berlin, da es in Berlin damals mehr Arbeit gab als in Westdeutschland. Meine Oma blieb zuerst einmal alleine in der Türkei mit meiner Mutter und den Geschwistern meiner Mutter.
Mein Opa wollte zuerst einmal eine Wohnung kaufen und dann meine Oma nach Deutschland holen. 1982 kam meine Oma mit ihren Kindern. Meine Mutter war ungefähr 15 Jahre alt. Sie und mein Onkel, der ungefähr 12Jahre alt war, haben sich sehr schwer eingelebt.

In den Schulen war es schwer, da sie sich nicht mit den Lehrern verständigen konnten. Meine Tante war ca. 4 Jahre alt. Sie hatte weniger Probleme sich irgendwie anzupassen.
Obwohl sie in Deutschland lebten, gingen sie immer für ein paar Monate in die Türkei, nach Istanbul. So lernten meine Eltern sich kennen. Mein Vater verliebte sich in meine Mutter und wollte sie unbedingt heiraten, doch da es in der Familie ein paar Streitereien gab, erlaubte meine Oma das nicht.

Warum es Streitereien gab, weiß ich nicht. Mein Vater gab nicht auf, er ging immer wieder hin, um die Hand anzuhalten. Irgendwann sagte meine Mutter zu meiner Oma, dass er nie aufgeben würde und dass sie nur ihn heiraten werde. Sie heirateten schließlich, meine Mutter kam wieder nach Berlin, mein Vater blieb zuerst einmal noch in Istanbul, weil er dort Arbeit hatte. Er arbeitete in Istanbul in einer Porzellan-Fabrik.

1988 bekam meine Mutter meine Schwester. Mein Vater bekam von der Kindheit meiner Schwester nichts mit. Ende 1989 kam mein Vater auch nach Deutschland. 1994 kam ich auf die Welt und so wurden wir eine glückliche Familie.

Eine fehlt noch: Meine kleine Schwester, sie kam 2009 auf die Welt. Und das war das Beste, was passieren konnte.

Hilfsarbeiter aus der Türkei

Name: 
Eren
Geschlecht: 
Männlich
Wann bist Du ausgewandert: 
1991
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Turkey
Wie wandertest Du aus: 
Mit dem Flugzeug
Warum bist Du ausgewandert: 
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

Nach dem 2.Weltkrieg brauchte Deutschland Hilfsarbeiter aus der Türkei, weil viele Deutsche im Krieg umkamen und es dadurch nicht genügend Arbeitskräfte gab. Man konnte sich da bewerben. Aber nicht alle wurden angenommen, nur die, die jung, gesund und arbeitsfähig waren, konnten nach Deutschland fliegen und als Hilfsarbeiter arbeiten.

Mein Opa hatte sich beworben und ist 1968 mit dem Zug nach Istanbul gefahren und von dort aus mit dem Flugzeug nach Berlin geflogen. Er arbeitete zuerst einmal am Band in einer Fabrik und später bei der BSR. Wir hatten keine Bekannten in Deutschland, also war er auf sich allein gestellt.

Nachdem er 1972 seine Familie in der Türkei besuchte hatte, entschloss die Familie nach Deutschland zu gehen, nicht auf einmal, aber nach und nach.1972 nahm er meine Oma, meinen Vater, meinen jüngsten Onkel und meine jüngste Tante mit nach Deutschland, 5 Jahre später nahm er meine 3 ältesten Onkel mit. Meine anderen 2 Tanten waren schon verheiratet, deswegen kamen sie damals nicht mit nach Deutschland.1990, als mein Opa und der Rest der Familie zum Urlaub in die Türkei fuhren und die Bekannten besuchten, hatten meine Eltern sich verliebt und beschlossen zu Heiraten. Meine Mutter und mein Vater wollten in der Türkei bleiben, aber da gab es zu wenig Arbeit und so flogen sie dann doch noch 1991 nach Deutschland.

Als mein Vater wieder nach Deutschland kam, hatte er sich auf seine Eltern und Geschwistern gefreut, aber einerseits war er auch traurig, weil er auch seine Oma, Opa, Cousins, Cousinen, Tanten und Onkeln aus der Türkei vermissen wird.

Als sie am Flughafen Tegel ankamen, hatte meine Mutter sich umgesehen. Sie wollte mal sehen wie es in einem anderen Land ist. Mein Vater freute sich darauf seine Eltern und Geschwister wieder zu sehen und er hatte ein Kribbeln im Bauch. Gleichzeitig dachte er, was die Verwandten wohl alles so über ihn und meine Mutter reden würden und er fragte sich, was wohl alles so passiert sei, nachdem er weg war. Schließlich hatten sich seine Eltern und Geschwister auch gefreut und sind zu meinen Opa in seine Wohnung gefahren. Als sie sich alle wiedersahen, war alles viel besser, als meine Eltern es dachten.

Die Migrationsgeschichte meiner Eltern

Name: 
Azad
Geschlecht: 
Männlich
Wann bist Du ausgewandert: 
1978
Woher kamst Du, als Du auswandertest: 
Turkey
Wie heißt die Stadt, oder die Region, aus der Du kamst: 
Mardin
Wie wandertest Du aus: 
Sonstiges, Besonderheiten
Sonstiges, Besonderheiten: 
keine Angaben
Warum bist Du ausgewandert: 
Wirtschaftliche Gründe
Meine Geschichte: 

Meine Eltern kommen aus der Südosttürkei (Mardin), wo sie auch geboren sind. Meine Eltern wuchsen zusammen in einem Dorf, als Nachbarn auf. Mein Großvater und mein Vater gingen 1978 nach Berlin, um zu arbeiten, weil mein Großvater sein ganzes Erbe(Land) verkauft hatte. Meine Großmutter blieb mit den anderen vier Kindern in Mardin. Sie kamen 1989 nach Berlin, nachdem mein Großvater ihnen eine Einladung geschickt hatte.

Aus fünf Kindern wurden dann in Deutschland zehn. Wir lebten alle zusammen zuerst einmal in einer Eigentumswohnung, in der Grunewaldstraße, die mein Vater und mein Opa zusammen gekauft hatten. Diese Wohnung gehört bis heute noch uns, aber es lebt dort keiner mehr, weil die Wohnung sehr alt ist.

Es waren die Worte von dem Vater meiner Mutter, die sie veranlassten nach Deutschland zu gehen. Er sagte ihr: „Heirate Tochter! Geh nach Deutschland und mach was aus deinem Leben!“ Mein Großvater sagte dass, weil in der Heimat Krieg herrschte.
Dass meine Mutter ihre Heimat verlassen musste, fiel ihr sehr schwer. Sie sagt mir immer, wenn sie die Zeit zurück drehen könnte, würde sie nicht nach Deutschland gehen, weil sie ohne ihre Familie innerlich sehr leidet.
Wenn wir in die Heimat in den Urlaub fahren und uns am Ende wieder verabschieden, kommen meiner Mutter sehr viele Tränen und sie sagt ihrer Familie dann immer, dass sie wieder käme. Meine Mutter wollte in der Türkei Ärztin werden, aber weil die Dorfmitglieder neidisch waren und nur über sie redeten, erlaubte mein Großvater ihr nicht zu studieren. In Deutschland hat meine Mutter dann trotz schlechten Bedingungen Deutsch gelernt und anschließend eine Ausbildung als Hauswirtschaftsassistentin begonnen. Diese Ausbildung endete im Jahre 2007, die meine Mutter bestand.

Wenn ich in meinen Heimatort gehe, fühle ich mich sehr wohl, als wäre ich zu Hause. Ich finde es schön, dass in einem anderen Land eine andere Kultur und eine zweite Familie von mir lebt.

Manchmal fühle ich mich aber auch fremd, weil mich die Menschen in Kurdistan nicht als richtigen Kurden sehen sondern als halb Deutschen und halb Kurde. Hier, in Deutschland werde ich auch nicht als Deutscher sondern als ein Fremder angesehen, was einem Menschen sehr schaden kann.

Manche Menschen in Mardin beneiden mich. Jeder ist nett zu mir und gibt mir, alles was ich will. Das liegt aber bestimmt daran, dass ich nur ein Besucher für sie bin, was ich aber nicht sein möchte, sondern einer aus der Familie.

Ich habe gelernt damit umzugehen, wie ich mich zu verhalten habe, sodass die Leute nicht reden und schlecht denken. Man sollte sich versuchen halt in beiden Orten gut zu integrieren. Das lernt man mit der Zeit, wenn man viel mit den Menschen lebt. In der Heimat sind die Menschen ganz anders, denken anders, sprechen anders und fühlen auch anders und deshalb musst du versuchen genau wie sie zu denken oder auch zu fühlen.

Inhalt abgleichen